Opfer auf dem EU-Altar

Die „Bundeszentrale für politische Verblödung“ oder so ähnlich gibt ein Magazin für Schüler heraus, welches kostenlos abgegeben wird. Es heißt „fluter“ (ist auch unter fluter.de im Netz) und behandelt in jeder Ausgabe einen abgegrenzten Themenkreis in übelster Gehirnaufweichungsmanier. In der Ausgabe 04/2002 geht es um Polen und um dessen Beitritt zur EU. Dort fanden wir folgende interessante Aussage auf S. 40:

 

Hierzulande macht sich kaum jemand klar, welche Opfer dieses Land für die Zugehörigkeit zur EU bringt. Lange vor dem Beitritt haben die Polen ihr Rechtssystem umgekrempelt und ihre Märkte weit geöffnet. Ein großer Teil der traditionellen polnischen Unternehmen war dem Wettbewerb nicht gewachsen und mußte aufgeben. Millionen Arbeitsplätze gingen verloren. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft kostete Hunderttausende von Bauern die Existenz. Die Polen nehmen dies in Kauf, weil sie zur Integration in den großen europäischen Markt keine Alternative sehen.

 

Genau dies sind die „Opfer“, die die anderen zur EU ge-hörigen Staaten bzw. Völker, zum Beispiel wir Deutsche, bereits früher erbringen mußten. Aber für wen oder was denn bloß, für wessen Ideologie?

Millionen Arbeitsplätze gingen verloren, das sind Millionen Menschen und deren Familien - ohne Existenz! Ob die wohl alle dem Beitritt zur EU zugestimmt hätten, wenn man sie ehrlich über diese Konsequenz aufgeklärt hätte?? Aber die Polen sind genauso wenig gefragt und aufgeklärt worden wie die anderen Völker Europas. Und wo ein Volksentscheid durchgeführt wurde, hat man ihn so oft, mit zwischengestreuter Massivpropaganda, wiederholt, bis das Ergebnis paßte.

Die Polen nehmen dies in Kauf, weil...nein, es sind sicher nicht DIE Polen, die eine Zerstörung ihres Rechtssystems und der traditionellen Wirtschaft und Landwirtschaft „in Kauf“ nehmen, sondern es ist, wie überall in der EU und der „westlichen Entwertungsgemeinschaft“, die Kaste der korrupten Politiker und Chefideologen, die Kaste der Führer von „gesellschaftlich relevanten Institutionen und Organisationen“, die die alten Strukturen zerschlagen, die Völker enteignen (durch Verschuldung und Verscherbelung der volkseigenen Vermögen) und kräftig auf die Weltdiktatur des Kapitals hinarbeiten.

Was nutzt den Hunderttausenden von um ihre Existenz gebrachten polnischen Bauern der „große europäische Markt“?? Wäre nicht für sie ein Beibehalten ihres Betriebes Alternative genug?

Ach ja, die können ja jetzt bei Lidl arbeiten gehen, denn

Plus-Märkte und Metro, die einschlägig bekannten Baumarkt- und Drogerieketten – alle sind sie jetzt schon da.

Na, wie schön, die großen EU-Konzerne brauchen die Osterweiterung offensichtlich für ihre Expansionsgelüste garnicht. Ihre Markterweiterung dient vor allem der Nivellierung und Einebnung der polnischen (tschechischen, ungarischen...) Eß- und Konsumgewohnheiten. Die polnischen Jugendlichen unterscheiden sich kleidungsmäßig erschreckenderweise überhaupt nicht von deutschen/französischen/ spanischen ...Jugendlichen. Die totale – scheinbar freiwillige – Gleichschaltung!

An der Stelle paßt gut ein Zitat aus einem Buch von 1942, Seite 102:

Eine Umgestaltung aller Völker und Staaten auf der ganzen Welt, wie sie in dieser Untersuchung geschildert worden ist, erscheint unausweichlich. Es geht jetzt eigentlich nur noch darum, ob dieser Prozeß in eine einheitliche, verwaschene Weltkultur ausmünden soll, in die vielgerühmte amerikanische Konserven- und Jazzkultur, oder ob die Welt,  anknüpfend an die alten Kulturwerte, doch noch gegliedert bleiben soll. Gliederung ist Vielfalt und Buntheit, und nur hierauf läßt sich einmal wieder das aufbauen, was man eine neue Kultur nennen mag. F. Fried: Die soziale Revolution. Verwandlung von Wirtschaft und Gesellschaft, Goldmann Verlag 1942.

 

Also, wir jedenfalls plädieren für völkische Gliederung in Vielfalt und Buntheit!!

 

Gertrude 01/2003

 

 

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