Materialismus und Idealismus

Wenn wir diese beiden Begriffe gegeneinander stellen und sagen, alle Materialisten als Egoisten, Träger, Verbreiter und Verstärker eines letztlich unsere Lebensgrundlagen zerstörenden Brutalkapitalismus gehören zum gegnerischen „Lager“, so sind auf unserer Seite alle Idealisten herzlich willkommen.

Da die einzige Polarisierung also darin besteht, ob einer ein Ichling ist oder ob er das kleine und große WIR unterstützt, ist es völlig egal, wie sich der Idealist sonst definiert:

Ob er sich als Christ oder Anhänger einer anderen Weltreligion versteht oder Heide oder gar Atheist ist (das dürfte jedoch selten sein, ein Atheist als Idealist), ob er politisch internationalistisch eingestellt ist oder eher national-patriotisch, ob er sich auf kommunaler Ebene ideell betätigen will oder raumübergreifend auf einer höheren Ebene, ob er alt oder jung, blond oder braun ist, spielt für uns keine Rolle. Je größer die Vielfalt der Betätigungsfelder unserer Mitstreiter, desto breiter gefächert auch die erzielbare Wirkung des ideellen Gedankengutes. Der Christ kann die materialistisch-imperialistischen Bestrebungen seiner Kirche aufzeigen und anprangern, der Parteianhänger kann versuchen, die pragmatische Orientierung  in seiner Partei zum Besseren zu wenden, kurz:

Es geht darum, auf allen Ebenen des Gemeinschaftslebens idealistische Alternativen zu erarbeiten mit der nachhaltigen Absicht, natürliche Entwicklungen zu fördern und alle absehbar unnatürlichen, zur Zerstörung führenden Weichenstellungen möglichst durch Aufklärung, Überzeugungskraft und Vorbild zu unterbinden.

Da heute noch kaum jemand sich in allen Sachgebieten auskennt und kundig machen kann, ist eine Arbeitsteilung unerläßlich. Nun gibt es schon auf so ziemlich allen Gebieten Gruppen oder Einzelkämpfer, die sich spezialisiert haben. Ob es um eine umwelt- und menschenschonende Landwirtschaft geht, um freie Energien, um Naturheilkunde, um eine zinsfreie Wirtschaftsform oder eine Wiederverwertung von Wohlstandsmüll – überall gibt es Idealisten mit guten und – bei einer Änderung der Prioritäten – auch durchführbaren Ideen.

Aber all diese Einzelkämpfer und Kleingruppen können allein wenig ausrichten. Ihnen fehlt die „richtige Beziehung“ und auch das Geld zur Umsetzung von Ideen. Oft werden sie sogar angefeindet und geradezu verleumdet, weil sie den großen Profitmachern in die Quere kommen. Und auch der Normalbürger fühlt sich eher belästigt, wenn irgendwelche Ideen in der Verwirklichung für ihn Wohlstandseinschränkungen mit sich bringen. Dies ist eine Folge der ständigen Überschüttung mit materialistischer Werbung, die in uns einen Scheinbedarf an Dingen weckt, welche in Wahrheit gar nicht nötig sind und nur zu Überproduktion und Umweltverschmutzung führen.

Hier ist Umdenken gefordert, und zwar schon von Kindesbeinen an! Eine schöne Aufgabe für idealistische Kindergärtnerinnen, Lehrer und Erzieher, Schulbuchautoren und Fernsehproduzenten. Aber auch für einsichtige Politiker, Zeitungsschreiber und Werbefachleute. Und eigentlich kann jede Berufsgruppe ihren Beitrag dazu leisten, daß wieder gemeinschaftlich nützliche Werte über das Profitdenken gestellt werden. Keiner von uns darf darauf warten, daß „die Anderen“ den Anfang machen.    

Wer die Welt verändern will, der muß bei sich selber anfangen!!

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